BFR Training in Regensburg
Kurz und Knapp:
postoperativ
Verhindern Sie starken Muskelabbau nach Operationen oder Verletzungen. Sie erhalten die Möglichkeit stärker als vor Ihrer Einschränkung zu werden.
belastbarer werden
BFR Training bietet Ihnen die Chance durch sicheres Training mit sehr leichten Gewichten einen Effekt zu erzielen, wie er andernfalls nur mit hochintensiven Belastungen möglich ist.
höchste sicherheit für sie
Im Gegensatz zur Fitnessanwendung wird in unserer Praxis genauestens ermittelt ob BFR Training im Einzelfall angewendet werden kann. Die Kontrolle und Anwendung findet spezifisch und individualisiert statt.
fitter im alltag
BFR Training bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bei vielen Problemen die im physiotherapeutischen Anwendungsbereich liegen. Nahezu alle Therapie profitieren von der zusätzlichen Anwendung. Sprechen Sie uns einfach an, um zu erfahren ob Sie geeignet sind.
Infos über BFR-Training:
Blood Flow Restriction Training
Effektives Krafttraining mit niedrigen Belastungen
Für den Aufbau von Muskelkraft und Muskelmasse werden im klassischen Krafttraining üblicherweise relativ hohe Widerstände eingesetzt. Nach Verletzungen, Operationen oder bei schmerzhaften Gelenk- und Sehnenbeschwerden sind solche Belastungen jedoch nicht immer möglich oder sinnvoll.
Blood Flow Restriction Training – kurz BFR – ermöglicht ein wirksames Muskeltraining mit deutlich niedrigeren Widerständen. Dadurch kann es insbesondere in der Rehabilitation eingesetzt werden, wenn Muskulatur gezielt belastet werden soll, während Gelenke, Sehnen oder operiertes Gewebe noch keine hohen Trainingslasten tolerieren.
Wie funktioniert BFR-Training?
Beim BFR-Training wird am oberen Abschnitt eines Armes oder Beines eine spezielle Manschette angelegt. Der Druck der Manschette reduziert vor allem den venösen Rückfluss aus der trainierten Extremität. Der arterielle Blutzufluss bleibt teilweise erhalten.
Während der Übung entsteht dadurch schneller eine lokale Ermüdung der Muskulatur. Mit zunehmender Ermüdung muss das Nervensystem zusätzliche motorische Einheiten aktivieren. Auf diese Weise kann bereits mit niedrigen Widerständen ein ausgeprägter Trainingsreiz entstehen.
Typischerweise werden beim BFR-Krafttraining Belastungen von etwa 20–40 Prozent der Maximalkraft verwendet. Entscheidend ist jedoch nicht nur das Trainingsgewicht, sondern auch die Kombination aus:
- individuell bestimmtem Manschettendruck
- Übungsauswahl
- Wiederholungszahl
- Satzpausen
- Trainingsnähe zur muskulären Ermüdung
- individueller Belastbarkeit
Der verwendete Manschettendruck wird nicht pauschal festgelegt. Er orientiert sich am individuell gemessenen Limb Occlusion Pressure, kurz LOP. Damit ist der Druck gemeint, bei dem der arterielle Blutfluss unter den jeweiligen Messbedingungen vollständig unterbrochen wäre. Im Training wird anschließend nur ein festgelegter Anteil dieses Drucks verwendet.
BFR bedeutet daher nicht, dass der Blutfluss pauschal „zu 50 Prozent“ reduziert wird. Vielmehr entspricht der Trainingsdruck beispielsweise 50 Prozent des zuvor individuell gemessenen LOP.
Welche Vorteile kann BFR-Training bieten?
Muskeltraining mit niedrigen Widerständen
BFR kann Muskelaufbau und Kraftentwicklung bei deutlich niedrigeren Belastungen ermöglichen als klassisches schweres Krafttraining. Studien zeigen, dass niedrig belastendes BFR-Training hinsichtlich des Muskelaufbaus teilweise vergleichbare Ergebnisse wie hoch belastendes Krafttraining erreichen kann.
Geringere mechanische Belastung
Die niedrigen Trainingswiderstände reduzieren die äußere Belastung auf Gelenke, Sehnen und andere Gewebe. Das kann hilfreich sein, wenn höhere Lasten momentan Schmerzen auslösen oder aufgrund einer Operation beziehungsweise Verletzung noch nicht eingesetzt werden können.
Unterstützung beim Erhalt von Muskelmasse
Nach Operationen, Immobilisation oder längeren Phasen reduzierter Belastung kann es schnell zu einem Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft kommen. BFR kann dabei helfen, die Muskulatur frühzeitig wieder gezielt zu beanspruchen.
Mögliche kurzfristige Schmerzlinderung
Einige Untersuchungen berichten über eine vorübergehende Reduktion der Schmerzen nach BFR-Einheiten. Dieser Effekt ist jedoch individuell unterschiedlich und sollte nicht mit einer unmittelbaren Heilung des betroffenen Gewebes gleichgesetzt werden.
Für die Entwicklung maximaler Kraft bleibt schweres Krafttraining langfristig jedoch in der Regel überlegen. BFR ist deshalb kein vollständiger Ersatz für hohe Belastungen, sondern eine Möglichkeit, eine Phase eingeschränkter Belastbarkeit sinnvoll zu überbrücken. Hughes et al., 2017
Wie fühlt sich BFR-Training an?
BFR-Training erzeugt ein deutliches Druckgefühl unter der Manschette. In der trainierten Muskulatur entsteht durch die rasche Ermüdung häufig ein intensives Brennen. Dieses Gefühl wird durch die Ansammlung verschiedener Stoffwechselprodukte und den zunehmenden metabolischen Stress verursacht.
Die Belastung kann deshalb trotz des niedrigen Trainingsgewichts als anstrengend empfunden werden. Das Brennen sollte nach Beendigung der Übung und dem Lösen der Manschette rasch zurückgehen.
Insbesondere nach den ersten Einheiten kann leichter bis mäßiger Muskelkater auftreten. Mit zunehmender Gewöhnung nimmt dieser meist ab.
Ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden wie Taubheit, ausgeprägtes Kribbeln, Schwindel, starke Schmerzen oder eine auffällige Verfärbung der Extremität müssen unmittelbar mit der betreuenden Fachperson besprochen werden.
Welche möglichen Nachteile gibt es?
BFR-Training ist nicht vollkommen beschwerdefrei. Mögliche Begleiterscheinungen sind:
- ein deutliches Druckgefühl unter der Manschette
- starkes muskuläres Brennen während der Belastung
- vorübergehende Druckstellen oder leichte Hautreizungen
- Muskelkater nach ungewohnter Belastung
- eine subjektiv hohe Anstrengung trotz niedriger Gewichte
Die Methode ist zudem nicht für jede Person gleichermaßen geeignet. Deshalb gehören eine gesundheitliche Vorabklärung, die individuelle Druckmessung und eine fachgerechte Anleitung zu einem verantwortungsvollen BFR-Training.
Besondere Aufmerksamkeit ist unter anderem bei Gefäß- und Gerinnungserkrankungen, früheren Thrombosen, bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unkontrolliertem Bluthochdruck sowie weiteren relevanten Vorerkrankungen erforderlich. Die Entscheidung für oder gegen BFR erfolgt daher immer individuell. Australian Institute of Sport: BFR Guidelines
BFR in der Rehabilitation
In der Rehabilitation besteht häufig ein Spannungsfeld: Die Muskulatur benötigt einen ausreichenden Trainingsreiz, während das betroffene Gelenk, die Sehne oder das operierte Gewebe noch keine hohen Widerstände toleriert.
BFR kann in dieser Phase eine sinnvolle Ergänzung sein. Das Training ermöglicht eine gezielte Muskelbeanspruchung mit niedrigen äußeren Lasten. Abhängig vom Befund kann es eingesetzt werden, um:
- Muskelabbau möglichst zu begrenzen
- Muskelaktivierung und Belastbarkeit wieder aufzubauen
- einen frühen Einstieg in das Krafttraining zu ermöglichen
- schmerzhafte oder empfindliche Strukturen mechanisch weniger zu belasten
- den Übergang zu klassischem Krafttraining vorzubereiten
- die Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport zu unterstützen
BFR ersetzt dabei weder die medizinische Diagnostik noch ein umfassendes Rehabilitationsprogramm. Beweglichkeit, Koordination, klassisches Krafttraining und sport- beziehungsweise alltagsspezifische Belastungen bleiben – abhängig vom individuellen Ziel – wichtige Bestandteile der Rehabilitation.
Bei welchen Beschwerden kann BFR eingesetzt werden?
Kniebeschwerden
- Kniearthrose
- patellofemorales Schmerzsyndrom
- Knorpelbeschwerden
- belastungsabhängige Knieschmerzen
- ausgeprägtes Kraftdefizit der Oberschenkelmuskulatur
Rehabilitation nach Knieoperationen
- Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
- Kreuzbandrekonstruktion mit Patellarsehnentransplantat
- MPFL-Rekonstruktion bei Instabilität der Kniescheibe
- Meniskusoperationen
- weitere operative Eingriffe mit anschließendem Muskelkraftverlust
Sehnenbeschwerden
- Patellarsehnenbeschwerden
- Achillessehnenbeschwerden
- Tennis- oder Golferellenbogen
- Beschwerden der Bizeps- oder Trizepssehne
Weitere Einsatzmöglichkeiten
- Wiederaufbau der Wadenmuskulatur nach Achillessehnenruptur
- Muskelabbau nach Immobilisation
- deutliche Seitendifferenzen nach Verletzungen
- eingeschränkte Belastbarkeit nach Operationen
- Vorbereitung auf eine spätere Phase mit höheren Trainingslasten
Bei Sehnenbeschwerden ist BFR vor allem dann eine mögliche Ergänzung, wenn ein klassisches progressives Krafttraining mit höheren Widerständen noch nicht ausreichend toleriert wird. Die Belastung der Sehne muss trotzdem langfristig gezielt gesteigert werden.
Ob BFR für die jeweilige Diagnose und Rehabilitationsphase geeignet ist, wird individuell beurteilt.
Was erwartet Sie beim ersten Termin?
Anamnese und Untersuchung
Zu Beginn besprechen wir Ihre Beschwerden, deren zeitlichen Verlauf und die bisher durchgeführten Behandlungen oder Rehabilitationsmaßnahmen.
Falls noch keine ausreichende physiotherapeutische Einordnung vorliegt, erfolgt eine Untersuchung der relevanten Funktionen und Belastungen.
Gesundheitliches Screening
Anschließend erfassen wir relevante Informationen zu Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Das Screening dient dazu, mögliche Risikofaktoren und Gründe gegen ein BFR-Training frühzeitig zu erkennen.
Je nach Vorerkrankung kann vor Beginn eine zusätzliche ärztliche Abklärung erforderlich sein.
Bestimmung des individuellen Manschettendrucks
Der Limb Occlusion Pressure wird für die betreffende Extremität individuell bestimmt. Bei Sporting Spine erfolgt die Messung kontrolliert mithilfe eines Dopplers.
Ausgehend vom gemessenen LOP wird der Trainingsdruck festgelegt. Dieser wird an die Extremität, die verwendete Manschette, die Übung und Ihre persönliche Belastbarkeit angepasst.
Erste Trainingseinheit
Die erste Einheit ist bewusst moderat gestaltet. Sie lernen das Druckgefühl, die Manschette und die besondere muskuläre Belastung zunächst kontrolliert kennen.
Während der Einheit beobachten wir:
- Ihre subjektive Belastung
- die lokale Druckverträglichkeit
- die Qualität der Bewegung
- die muskuläre Ermüdung
- mögliche Beschwerden während und nach dem Training
Planung und Verlaufskontrolle
Auf Grundlage der ersten Einheit wird ein individueller Trainingsplan erstellt. In einer anfänglichen Testphase können – abhängig von Ihrem Befund und Ihrer Belastbarkeit – ein bis drei Einheiten pro Woche über ungefähr drei Wochen durchgeführt werden.
Anschließend wird überprüft:
- Wie gut wurde das Training vertragen?
- Haben sich Kraft, Funktion oder Belastbarkeit verändert?
- Haben sich die Beschwerden verändert?
- Soll der Trainingsdruck oder die Übungsauswahl angepasst werden?
- Ist ein Übergang zu höheren klassischen Trainingslasten möglich?
BFR ist ein Werkzeug – kein Selbstzweck
Das Ziel der Rehabilitation besteht nicht darin, dauerhaft ausschließlich mit niedrigen Gewichten und Manschetten zu trainieren. BFR soll dort eingesetzt werden, wo es gegenüber klassischem Krafttraining einen nachvollziehbaren Vorteil bietet.
Sobald höhere Belastungen wieder sicher und sinnvoll möglich sind, werden diese schrittweise in das Trainingsprogramm integriert. BFR kann dabei weiterhin ergänzend eingesetzt oder durch klassisches Krafttraining ersetzt werden.
Die grundlegenden methodischen Empfehlungen zu Druckbestimmung, Trainingsintensität und Sicherheit orientieren sich unter anderem an der internationalen Übersichtsarbeit von Patterson et al., 2019 sowie an klinischen Anwendungsempfehlungen zum BFR-Training.
Sporting Spine Regensburg
Sudetendeutsche Str. 1b
93057 Regensburg
Tel.: 0941/850 8 32 34
Öffnungszeiten:
| Mo: | 8:00 – 12:00 Uhr | 14:00 – 20:00 Uhr |
| Di: | 8:00 – 13:00 Uhr | 14:00 – 20:00 Uhr |
| Mi: | 8:00 – 13:00 Uhr | 14:00 – 20:00 Uhr |
| Do: | 8:00 – 13:00 Uhr | 14:00 – 19:00 Uhr |
| Fr: | 8:00 – 15:40 Uhr |